Über Balkanblogger

Foto: balkanblogger.com

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Mirella Sidro

Warum gerade das Thema „Balkan“? Meine Eltern stammen aus Jugoslawien. Ich wuchs mit meiner jüngeren Schwester in Deutschland auf. Als Kind sind wir zwei Mal im Jahr nach Bosnien-Herzegowina und Kroatien gereist. Die Ferien haben mich so sehr geprägt, dass ich nach dem Abitur in Sarajevo studieren wollte. Der Krieg machte mir einen Strich durch die Rechnung. Ich blieb in Deutschland und studierte Ägyptologie, Koptologie und Geschichte der Medizin an der LMU München. Geschichte war schon immer mein Ding. Genauso wie Medien. Während des Studiums machte ich parallel eine Ausbildung zur Online-Bildredakteurin und hängte noch ein Zweitstudium zur Diplomjournalistin an. Nebenzu lässt mir auch das Alte Ägypten keine Ruhe, so doktor ich aktuell an der Promotion in Ägyptologie und Koptologie.

Und irgendwann in dieser Zeit war ich von den Medienberichten über den Balkan enttäuscht, ja sogar entsetzt. Die letzten 25 Jahre, um genau zu sein. Es wurde teilweise viel berichtet, aber so gut nichts Positives. Wo waren die Berichte über Gastfreundschaft und Wärme der Menschen, die interessante Geschichte, die auch für Europa wichtig ist, die vielfältigen Sitten und Bräuche, die sich auch bei unseren Vorfahren in Mitteleuropa finden, das Multikulturelle und die daraus resultierende kreative Kunst?

Im Zuge meines zweiten Studiums zur Diplom-Journalistin an der Freien Journalistenschule in Berlin begann ich diesen Blog zu schreiben. Er wurde aus der Idee geboren, meine Schreibkenntnisse zu verbessern und mich journalistisch fachlich einzugrenzen. Ich wollte über die Themen schreiben, woran mein Herz hing: den Balkan, primär Bosnien-Herzegowina und Reisen allgemein. Ich wußte: Die Entdeckung fremder Länder öffnet Dir die Augen zur eigenen Kultur! Ich hätte niemals gedacht, dass Balkanblogger gelesen werden würde.

Heute ist eine tolle Community entstanden. Der Blog ist mein zweites Zuhause, in dem ich viele neue Freunde, Bekannte, Geschäftspartner kennengelernt habe. Dafür bin ich sehr dankbar. Und er wächst und wächst und wächst – an Themen und Ideen.

Schon einige Male habe ich mir angehört: „Spar Dir die  Mühe mit der Aufklärung, der Balkan ist wild und nicht zu bändigen.“ Auch wenn es so wäre, wer sagt, dass ich ihn bändigen möchte? Vielleicht findet sich gerade in dem so angeblich schwer bändigenden Temperament seine Schönheit? Vielleicht wäre der Glanz und das Geheimnisvolle weg, wenn man den Balkan in die Knie zwingen würde? Das ist nicht das Ziel von Balkanblogger. Wir zeigen den Balkan und die Welt in ihren ganzen Schönheiten mit all ihren Kanten und Ecken, wie sie uns begegnen. Eine spannende Reise mit vielen Überraschungen, nicht nur für mich sondern auch für den Leser.