Albert Einstein „Briefe“ – der ideale Friedens-Ratgeber

Für mich ein weiterer persönlicher

Idealer „Lebens-Ratgeber“: das Buch „Albert Einstein – Briefe“ (Foto: balkanblogger.com)

E=mc² – mit dieser Formel wurde Albert Einstein berühmt. Er wurde zum wichtigsten und größten Wissenschaftler seiner Zeit. Das ist er bis heute. Vor allem war er ein Philanthrop. Er beantwortete etliche Briefe, die ihn von unterschiedlichen Menschen mit verschiedenen Themen erreichten. Seine Antworten sind ehrlich, direkt und zeigen den Menschen Albert Einstein, wie er fühlt und denkt. Seine Empfindungen über die damalige schwierige politische Situation in Europa sind darin aufgeführt. Einstein, der aus einer jüdischen Familie stammt, war selbst Opfer des nationalsozialistischen Deutschland und verließ seine Heimat 1933 Richtung USA. Er sollte deutschen Boden nie wieder betreten.

Seine Äußerungen sind vielerlei Hinsicht modern und bis heute anwendbar. Antworten auf politische und religiöse Fragen sind bis heute aktuell. Sie sind sogar aktueller wie nie zuvor!

Doch was hat das mit dem Balkan zu tun? Liegt es daran, dass seine erste Frau, die Wissenschaftlerin Mileva Maric, aus Serbien stammt? Nein, es sind seine allgemeinen Aussagen über Nationalismus, ungerechte Politiker, Erziehung junger Menschen, die ihm sehr am Herzen lagen. Es sind alles Themen, die aktuell den Balkan bewegen und somit auch Europa, das wieder mit Faschismus zu kämpfen hat.

Vor allem junge Menschen sind Opfer der nationalistisch geprägten Politik auf dem Balkan, da schon die Indoktrinierung in Kindergärten und Schulen stattfindet. Einstein versuchte, die Jugend aufzuklären. Ins Gästebuch einer Nachbarin in Deutschland schrieb er zu jener Zeit, in der das Unheil des Nationalsozialismus vorhersehbar war: „Jugend … Öffne deine Augen, dein Herz und deine Hände und meide das Gift, das deine Ahnen aus der Geschichte gierig gesogen haben …“ Als er schon in Princeton/USA weilte, schrieb er in einem Brief: „Liebe Kinder … Lernet froh zu sein durch das Glück und die Freude Eurer Genossen, nicht durch den öden Kampf der Menschen untereinander!“

Politik ist seiner Meinung nach „ein durch beständig verjüngte Illusionen beseeltes Pendeln zwischen Anarchie und Tyrannei“ und Nationalismus „ist eine Kinderkrankheit. Die Masern der menschlichen Rasse.“ Wie kann man negative Politik zum Positiven ändern? „Es genügt nicht, die zehn geeignetsten Personen ausfindig zu machen. Es muss bewirkt werden, dass die Völkern sich ihren Anordnungen fügen. Bisher verdankten die Führenden ihre Macht und er Hauptsache nicht etwa der Fähigkeit selber zu denken und Entschlüsse zu fassen, sondern andere zu überreden, auf sie Eindruck zu machen und ihre Schwächen auszunutzen.“

Religion wird auf dem Balkan groß geschrieben und für politische Zwecke, bzw. ethnische Trennung, missbraucht. Mit Religion wurde im Balkankrieg das Töten unschuldiger Menschen, die dem „falschen“ Glauben angehörten, gerechtfertigt.  Einstein wurden religiöse Überzeugungen zugeschrieben, die nicht auf ihn zutrafen. Seine Vorstellung von Gott beschrieb er in einem Brief, den er 1927 verfasste: „Ich kann mir keinen persönliche Gott denken, der die Handlungen der einzelnen Geschöpfe direkt beeinflusst oder über seine Kreaturen direkt zu Gericht säße… Moral ist eine höchst wichtige Sache, aber für uns, nicht für Gott.“

Heute fragen sich einige Menschen auf dem Balkan, die nicht dem Faschismus verfallen sind, wozu das Leben dafür da sei. 1950 fragte ihn ein 19-jähriger Stundent, wozu der Mensch auf der Welt sei. Er wisse nicht einmal, warum er Ingenieur werden solle. Einstein antwortete, beeindruckt von der Suche und nach dem Sinn des Lebens: „Die Antwort ist meiner Meinung nach: Befriedigung der Wünsche und Bedürfnisse aller, soweit dies erreicht werden kann, und das Erlangen von Harmonie und Schönheit in den menschlichen Beziehungen. Dies setzt ein großes Maß an bewusster Überlegung und Selbsterziehung voraus.“ 

Was ist wertvoll? Ist es der Glaube, den es zu verteidigen gibt? Ist es die ethnische Herkunft? Muss Hass mit Hass bekämpft werden? Kann ein Mensch aufgrund seiner Herkunft und Religionszugehörigkeit die Arroganz besitzen, sich besser als die anderen zu empfinden? Einstein erklärt, was wichtig ist für uns alle, die auf der Erde weilen dürfen: „Alles wirklich Wertvolle kommt nicht aus dem Ehrgeiz oder aus dem Pflichtgefühl, sondern aus der Liebe und Devotion gegenüber Menschen oder objektiven Dingen“, denn „im letzten Grunde ist jeder ein Mensch, gleichgültig ob Amerikaner, Deutscher, Jew oder Gentile…. Ich finde es traurig, dass im heutigen praktischen Leben Trennungen nach Staatsangehörigkeit und kultureller Tradition eine so erhebliche Rolle spielen.“ Wichtig ist eine weitere Eigenschaft zum friedvollen Zusammenleben: „Toleranz ist das menschenfreundliche Verständnis für Eigenschaften, Auffassungen und Handlungen anderer Individuen, die der eigenen Gewohnheit, der eigenen Überzeugung und dem eigenen Geschmack fremd sind.“ 

Vielleicht sollten sich die Menschen auf dem Balkan genau diese Worte zu Herzen nehmen. Denn zu einem friedlichen und liebevollen Nebeneinander ist es kein schwieriger Weg:

„Wenn die Bekenner der gegenwärtigen Religionen sich ernstlich bemühen würden, im Geiste der Begründer dieser Religionen zu denken, zu urteilen und zu handeln, dann würde keine auf den Glauben gegründete Feindschaft zwischen den Bekennern verschiedener Religionen existieren. Noch mehr, sogar die Gegensätze im Glauben würden sich als unwesentlich herausstellen.“

Einstein schrieb: „Wenn es möglich wäre, mit diesem allen würdigen Standpunkt auszukommen, wäre ich ein glücklicher Mensch.“ Seine Worte sprechen aus der Seele sehr vieler Menschen weltweit, nicht nur auf dem Balkan.

Für mich ist es nicht nur ein Buch. Ich bin einem weiteren weisen Mentor, nun in geschriebener Form, begegnet, der mich auf meinem Weg des Friedens begleiten wird. Danke Albert Einstein!

Diese und weitere interessante Antworten zu anderen Themen unter:

„Albert Einstein – Briefe“

Das Buch ist im Diogenes Verlag erschienen.

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